1987 baute der Westen die letzten Gleise zur DDR ab – zwei Jahre später fiel die Grenze
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1987 baute der Westen die letzten Gleise zur DDR ab – zwei Jahre später fiel die Grenze
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In Blankenstein an der Saale endet das Gleis, direkt neben einem der modernsten Zellstoffwerke Europas. Nur wenige Kilometer weiter südlich stehen im Höllental Eisenbahnbrücken ohne Schienen und ein zugemauertes Tunnelportal. Die letzten Gleise wurden hier nicht von der DDR entfernt, sondern am 30. Oktober 1987 auf der bayerischen Seite. Zwei Jahre später fiel die Grenze.
1901 verband die Höllentalbahn den Frankenwald mit dem thüringischen Oberland: Arbeiter sprengten Fels, bauten Brücken über die Selbitz und trieben zwei Tunnel durch den Berg, und man konnte ganz offiziell eine Fahrkarte nach Hölle lösen. 44 Jahre lang waren Bayern und Thüringen hier verbunden – und von 1945 bis 1989 genau 44 Jahre lang getrennt.
Seit dem Mauerfall wird über die Rückkehr der Strecke gestritten. Das Zellstoffwerk könnte sein Holz per Zug statt per Lastwagen bekommen, doch das Tal ist heute Naturschutzgebiet und Teil von Natura 2000, viele Anwohner wollen keine Güterzüge, und der Bund sah bisher keinen ausreichenden Nutzen. Seit 2023 steht die Strecke im Bedarfsplan – allerdings nur als potenzieller Bedarf.
Dieser Film erzählt die Geschichte der Höllentalbahn – vom Bau durch das enge Tal im Jahr 1900 über den schrittweisen Abbau zwischen 1981 und 1987 bis zum Gerichtsbeschluss vom August 2026, der im selben Tal die als längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt geplante Höllentalbrücke vorerst stoppte. Außerdem: warum Stahl auf Stahl so viel leichter rollt als ein Lkw-Reifen, warum niemand genau sagen kann, wie lang die Lücke ist, und was Sie zwischen Marxgrün und Blankenstein heute noch sehen können.
#Höllental #Frankenwald #Höllentalbahn #InnerdeutscheGrenze #Eisenbahngeschichte