FLAMMKUCHEN VOM GRILL
Plating like a Rockstar by Nils Jorra
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FLAMMKUCHEN VOM GRILL
246 просмотров · 5 дн. назад
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FLAMMKUCHEN VOM GRILL | Tarte Flambée auf dem Big Green Egg
Flammkuchen, Flammekueche, Flàmmeküeche, Flammkuche, Tarte flambée – und im Luxemburgischen sogar Flameschuedi: Für diesen hauchdünnen Klassiker aus dem alemannisch-elsässischen Raum gibt es erstaunlich viele Namen. Gemeint ist im Kern aber immer dasselbe: ein sehr dünner Teig, traditionell mit einer Mischung aus Crème fraîche bzw. Frischkäse, Zwiebeln und Speck belegt und bei sehr hoher Temperatur gebacken. Übrigens wird die französische Tarte flambée nicht flambiert – der Name bezieht sich auf das Backen in der starken Hitze des Holzofens. Wikipedia
Und genau diese Art zu backen passt für mich perfekt zum Grill.
In diesem Video fange ich deshalb nicht beim Teig an, sondern beim Feuer. Mein Big Green Egg stand eine Weile still, also wird zuerst sauber gemacht: alte Asche raus, Luftwege freimachen und anschließend frische Buchenholzkohle auffüllen. Ich entzünde die Kohle an drei Punkten und lasse das Egg sauber auf Temperatur kommen.
Danach geht es ans Setup. Deflektor bzw. indirektes Setup, Pizzastein, ordentlich Hitze und vor allem genügend Zeit, damit nicht nur die Luft im Grill heiß ist, sondern auch der Stein richtig Energie gespeichert hat. Genau das brauchen wir für einen Flammkuchen: sehr heiß und sehr kurz backen. Traditionell wurde Flammekueche in extrem heißen Holzbacköfen gebacken; die starke Hitze sorgt für den dünnen, knusprigen Boden und die charakteristisch gebräunten Ränder. Le Relais d'Alsace
Während der Grill auf Temperatur kommt, geht es für mich in den Garten. Frische Kräuter schneiden, Zwiebeln vorbereiten und dazu richtig guter Tiroler Speck aus Südtirol. Gerade bei einem so einfachen Gericht merkt man die Qualität der einzelnen Zutaten sofort.
Und ja: Beim Teig habe ich dieses Mal geschummelt. Ich hatte wenig Zeit und habe einen fertigen Flammkuchenboden verwendet. Genau darum geht es für mich bei diesem Essen aber auch ein bisschen: Nicht jeder Abend muss ein kulinarisches Großprojekt werden.
Mein Flammkuchenteig mit Schweineschmalz
Wenn ihr die Zeit habt, macht den Boden selbst. Das ist meine Variante, wie ich sie auch aus der Gastronomie kenne:
Für ca. 6 dünne Flammkuchen:
500 g Weizenmehl Type 550
ca. 280 ml lauwarmes Wasser
25 g Schweineschmalz
10 g Salz
Mehl und Salz vermischen. Wasser dazugeben und anschließend das weiche Schweineschmalz einarbeiten. Den Teig etwa 8–10 Minuten kräftig kneten, bis er glatt und elastisch ist. Abgedeckt mindestens 30–60 Minuten ruhen lassen. Danach portionieren und wirklich hauchdünn ausrollen – deutlich dünner als einen klassischen Pizzateig. Der Teig braucht keine Hefe; entscheidend sind ein dünner Boden und sehr hohe Backtemperatur.
Für den klassischen Belag kommen Crème fraîche bzw. eine Mischung aus Crème fraîche und etwas Frischkäse oder Quark, fein geschnittene Zwiebeln und Speck darauf. Salz braucht es wegen des Specks kaum, dafür ordentlich frisch gemahlenen Pfeffer. Die klassische Kombination aus dünnem Teig, Creme, Zwiebeln und Speck entspricht auch der traditionellen elsässischen Variante.
Dann ab auf den heißen Stein.
Und irgendwann verändert sich der Abend. Das Kochen ist eigentlich vorbei, die Sonne verschwindet langsam hinter den Bäumen, die Kerzen kommen auf den Tisch und eine Flasche Wein wird geöffnet. Bei mir gab es dazu einen deutschen Spätburgunder – leicht gekühlt, mit Frische und genügend Säure, um mit Creme, Zwiebeln und dem salzigen Speck mitzuhalten.
Genau solche Abende sind für mich Outdoor Cooking.
Es geht nicht darum, stundenlang möglichst kompliziert zu kochen. Es geht um Feuer, Backen, Grillen, gute Produkte, ein Glas Wein und Zeit miteinander. Der Flammkuchen kommt direkt vom Grill auf den Tisch, wird geteilt, der nächste wird gebacken und irgendwann sitzt man einfach nur noch im Garten.
An diesem Abend wurde daraus ein richtig schöner Familienabend – vollkommen unkompliziert und genau deshalb besonders.
Keep the fire burning.
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