Warum Stauffenbergs Bombe Hitler nicht tötete — Der Fehler, über den bis heute gestritten wird
Alexander Weiss
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Warum Stauffenbergs Bombe Hitler nicht tötete — Der Fehler, über den bis heute gestritten wird
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Alexander Weiss
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Am zwanzigsten Juli neunzehnhundertvierundvierzig betrat ein schwer versehrter Oberst des Generalstabs eine Holzbaracke im ostpreußischen Wald. In seiner Aktentasche lag eine scharfe Sprengladung. Wenige Minuten später zerriss eine Explosion den Raum — und veränderte doch nicht das, was verändert werden sollte. Der Mann, der diese Tat wagte, war Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
Diese ausführliche Dokumentation erzählt sein Leben von Anfang an. Sie beginnt im November neunzehnhundertsieben auf Schloss Jettingen, wo von zwei Zwillingen nur einer überlebte, und führt durch eine Kindheit im schwäbischen Adel, geprägt von Musik, Literatur und einem Begriff von Treue, der später zum Sprengsatz seiner eigenen Biografie werden sollte. Wir begleiten den fünfzehnjährigen Gymnasiasten in den Kreis um den Dichter Stefan George, wo jene Formel vom geheimen Deutschland entstand, die er einundzwanzig Jahre später in seiner letzten Lebensminute rufen sollte.
Der Film zeichnet den Weg des Offiziers nach: die harten Jahre beim Bamberger Reiterregiment, die Ehe mit Nina von Lerchenfeld, die glänzende Laufbahn an der Kriegsakademie und im Generalstab. Er fragt nach den langen Jahren des Zögerns — nach jenem Satz vom Herbst neunzehnhundertneununddreißig, er sei noch nicht so weit — und untersucht ohne Beschönigung, warum ein Mann, der das Unrecht früh erkannte und benannte, so lange brauchte, bis aus Empörung Handeln wurde.
Ein Schwerpunkt liegt auf den Jahren im Osten: auf der Arbeit in der Organisationsabteilung, auf den Nachrichten von den Massenmorden, auf der Begegnung mit Henning von Tresckow und auf der Frage, weshalb der militärische Widerstand so spät zustande kam. Es folgen die schwere Verwundung in Tunesien im April neunzehnhundertdreiundvierzig, der Verlust von Auge und Hand, und der Entschluss, der aus dem Genesenden einen Verschwörer machte.
Ausführlich behandelt wird die Vorgeschichte des Attentats: die früheren Versuche, der ursprüngliche Sinn des Plans Walküre und seine Umschreibung im Bendlerblock, die Zusammensetzung des Kreises von Konservativen, Diplomaten, Juristen, Gewerkschaftern und Sozialdemokraten. Der zwanzigste Juli selbst wird Schritt für Schritt rekonstruiert — die vorverlegte Besprechung, die Verlegung aus dem Bunker in die Holzbaracke, der nicht mehr geschärfte zweite Sprengsatz, die schwere Tischstütze aus Eiche, die verlorenen Stunden in Berlin und der Zusammenbruch des Umsturzes.
Der letzte Teil widmet sich den Folgen: den Schauprozessen vor dem Volksgerichtshof, dem Schicksal der Familie unter der sogenannten Sippenhaft, dem Weg der Kinder unter fremdem Namen — und der langen, widersprüchlichen Geschichte des Gedenkens in Deutschland, von der Nachkriegszeit, in der viele die Verschwörer für Verräter hielten, bis zur heutigen Erinnerungskultur.
Umstrittene Fragen werden benannt und in ihren verschiedenen Deutungen dargestellt, ohne vorschnelles Urteil. Diese Dokumentation versteht sich als sachliche, gut belegte Biografie für ein erwachsenes, historisch interessiertes Publikum.
Ein Kanal von Alexander Weiss. Reihe: Geschichten großer Persönlichkeiten.
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