Die Geisterschlacht im Mainta [lEine Sage zwischen Lichtenfels und Michelau]
Chris Philipp
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Die Geisterschlacht im Mainta [lEine Sage zwischen Lichtenfels und Michelau]
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Chris Philipp
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Strophe 1
Wenn im August die Hitze vergeht
und Nebel über den Mainwiesen steht,
wenn Lichtenfels langsam im Dunkel versinkt
und drüben in Michelau kein Licht mehr blinkt,
dann gingen die Bauern nach Hause hinein,
die Sense geschultert, den Weg längs des Main.
Doch manchmal, so wurde seit alters erzählt,
erwachte im Nebel eine vergangene Welt.
Strophe 2
Erst kam ein Klirren, ganz leise und fern,
als schlüge Metall irgendwo hinter den Stern’n.
Dann Pferdegewieher, ein donnernder Klang –
und Schatten zogen am Horizont entlang.
Kein Heer stand wirklich dort auf dem Feld,
kein Feldherr befahl, keine Fahne war gestellt.
Und dennoch schien plötzlich die Nacht nicht mehr leer,
denn aus dem Nebel erhob sich ein Heer.
Refrain
Im Maintal zieht die Schlacht durch die Nacht,
ein Echo aus Zeiten, die keiner mehr kennt.
Zwischen Lichtenfels und Michelau
steigt aus den Wiesen der Nebel grau.
Hörst du die Pferde? Hörst du den Klang?
Siehst du die Schatten am Horizont entlang?
Doch niemand gewinnt und niemand zieht heim –
die Schlacht kehrt zurück mit dem Nebel am Main.
Strophe 3
Die Alten erzählten vom großen Krieg,
von Jahren der Angst und zerstörtem Frieden.
Vom Dreißigjährigen Krieg blieb im Land
so manche Erinnerung tief eingebrannt.
Vielleicht, so glaubten die Menschen im Tal,
kehrte die Vergangenheit wieder einmal.
Nicht Fleisch und Blut, nicht wirkliches Heer –
nur Schatten von damals, und nichts mehr.
Refrain
Im Maintal zieht die Schlacht durch die Nacht,
ein Echo aus Zeiten, die keiner mehr kennt.
Zwischen Lichtenfels und Michelau
steigt aus den Wiesen der Nebel grau.
Hörst du die Pferde? Hörst du den Klang?
Siehst du die Schatten am Horizont entlang?
Doch niemand gewinnt und niemand zieht heim –
die Schlacht kehrt zurück mit dem Nebel am Main.
Bridge – gesprochen
Dann …
kurz vor dem Morgen …
verstummte plötzlich alles.
Kein Kanonendonner.
Kein Pferd.
Kein Metall.
Aus einem Dorf
erklang der erste Hahnenschrei.
Und dort,
wo eben noch ein Heer gestanden hatte,
war nur noch Nebel.
Strophe 4
Die Sonne erschien über Feldern und Main,
auf den Wiesen lag Tau im ersten Schein.
Kein Huf hatte Spuren im Boden hinterlassen,
kein Schwert lag draußen zwischen den Ähren.
Die Bauern gingen wieder hinaus auf das Feld,
zurück in ihre friedliche, morgendliche Welt.
Doch keiner, der jene Nacht einmal sah,
vergaß, was im Nebel des Maintals geschah.
Finaler Refrain
Im Maintal schweigt die Schlacht mit dem Tag,
bis wieder der Nebel auf den Wiesen lag.
Zwischen Lichtenfels und Michelau
schläft die Erinnerung unter dem Tau.
Jahrhunderte gehen, der Main zieht dahin,
doch alte Geschichten verschwinden nicht ganz.
Und steigt in Augustnächten Nebel empor,
lauscht mancher noch heute zum Horizont vor.
Outro
Ein letzter Hufschlag.
Ein ferner Klang.
Dann …
der Hahnenschrei.
Und Morgen über dem Main.