Taucher, die eine geflutete Harzer Bleigrube kartierten, fanden Erzwagen, die noch beladen sind
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Taucher, die eine geflutete Harzer Bleigrube kartierten, fanden Erzwagen, die noch beladen sind
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Unter einem Kurort im Oberharz liegt ein See, den niemand angelegt hat. Als im Frühjahr 1992
die letzte Schicht aus der tiefsten Erzgrube des Harzes ausfuhr, blieb alles unten, was das
Unternehmen nicht mehr auszubauen lohnte: Förderkörbe, Haspeln, Werkstätten mit dem Werkzeug
auf der Bank, Erzwagen auf ihren Schienen. Dann wurden die Pumpen abgestellt.
Das Wasser stieg jahrelang, Sohle um Sohle — und blieb an einer einzigen Linie stehen: der
Sohle des Ernst-August-Stollens, 1851 bis 1864 von Hand durch den Berg getrieben. Alles darunter steht bis heute unter Wasser, in Wasser ohne Licht und ohne Bodeneintrag, mit einer Mineralfracht aus einer
Blei- und Zinklagerstätte. Sicht über mehrere zehn Meter, in völliger Schwärze, über Maschinen, die sich seit dem
Tag der Stilllegung nicht bewegt haben.
Über Tage erzählt derselbe Bergbau eine andere Geschichte. Metalle aus Jahrhunderten Harzer
Aufbereitung liegen in den Auenböden der Innerste, in Gehalten, für die Behörden Abschnitte
als belastetes Gebiet ausgewiesen haben. Die eine Fassung dieser Geschichte liegt unberührt
im ewigen Dunkeln. Die andere ist ein laufendes öffentliches Verfahren im Tageslicht. Beides
ist dieselbe Grube.
Welche ersoffene Grube in Ihrer Gegend hat eigentlich nie jemand richtig aufgenommen?
Diese Dokumentation stützt sich auf historische Aufzeichnungen, archäologische Forschung und
lokale mündliche Überlieferung. Sie stellt belegte Befunde neben Fragen, die bis heute offen
sind. Wo sich die Darstellungen unterscheiden, werden beide gezeigt. Nichts davon wird als
abschließendes Ergebnis behauptet.