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Eisenhüttenstadt: Warum die DDR ein Stahlwerk ohne Kohle baute

Vergessene Giganten

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Eisenhüttenstadt: Warum die DDR ein Stahlwerk ohne Kohle baute

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Vergessene Giganten
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Am 18. August 1950 schlägt Industrieminister Fritz Selbmann auf einer Heide an der Oder mit der Axt auf eine kleine, krumme Kiefer ein. Hier soll das große Hüttenwerk der DDR entstehen, und daneben eine ganze Stadt. Nur gibt es an diesem Ort weder Erz noch Kohle. Und genau genommen baute die DDR hier über drei Jahrzehnte lang gar kein Stahlwerk. Das ist die Geschichte des Eisenhüttenkombinats Ost und der Stadt, die mit ihm wuchs. Das Erz kam aus Kriwoi Rog in der Sowjetunion, der Koks aus Oberschlesien. Für die Baustelle wurden 300 Hektar Wald gerodet und 230 Kilometer Gleise verlegt. Im Herbst 1951 wurde der erste Hochofen angeblasen, obwohl er noch nicht fertig war, und 1960 kamen 60 Prozent des Roheisens der DDR von hier. Die Wohnstadt sollte nach Karl Marx heißen und wurde 1953 doch zur Stalinstadt. Im selben Jahr wurde gekürzt, und vom geplanten Hüttenwerk blieb nur das Roheisen. Erst 1984 machte das Werk zum ersten Mal Stahl, in einem Konverterstahlwerk aus Österreich. Ein Warmwalzwerk fehlte weiter. Nach Darstellung des damaligen Plankommissionschefs brachten deshalb jedes Jahr rund 20.000 Güterwagen die Stahlblöcke zum Walzen nach Salzgitter, in den Westen. Die vollständige Kette vom Erz bis zum Blech gab es erst 1997, 47 Jahre nach dem ersten Axthieb, unter belgischen Eigentümern. Und 2025 scheiterte der Plan, das Werk mit Wasserstoff ganz ohne Kohle zu betreiben. 1988 lebten in Eisenhüttenstadt mehr als 53.000 Menschen, heute sind es rund 25.000. Die Torbögen und Säulen der ersten Wohnkomplexe stehen unter Denkmalschutz. Hast du selbst im EKO gearbeitet, oder kennst du Eisenhüttenstadt noch als Stalinstadt? Schreib es in die Kommentare. #Eisenhüttenstadt #Stalinstadt #EKO #DDR #DDRGeschichte #Stahlwerk #Hochofen #Brandenburg #Industriegeschichte #Dokumentation