„Vom Einbahnnetz zum resilienten Lade-Ökosystem“ – Christoph Ebersdorfer, XCharge Europe
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„Die Ladeinfrastruktur ist nicht ein Endpunkt, sondern ist Teil des Ganzen und bildet ein Bindeglied“, sagt Christoph Ebersdorfer, Regional Sales Manager DACH bei XCharge Europe. Bei electrive LIVE erklärte er, wie XCharge mit batteriegepufferten Schnellladestationen knappe Netzanschlüsse kompensieren und ein resilientes Lade-Ökosystem ermöglichen will.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos und elektrische Nutzfahrzeuge stößt zunehmend an Grenzen. Begrenzte Netzkapazitäten, lange Wartezeiten bei Mittelspannungsanschlüssen und hohe Kosten für zusätzliche Leitungen und Transformatoren erschweren vielerorts neue Ladeprojekte. XCharge setzt deshalb auf batteriegepufferte Schnellladestationen, die auch an Standorten mit begrenzter Anschlussleistung hohe Ladeleistungen ermöglichen sollen. Christoph Ebersdorfer, Regional Sales Manager DACH bei XCharge Europe, erläuterte bei electrive LIVE in seinem Vortrag „Vom Einbahnnetz zum resilienten Lade-Ökosystem“, warum die Ladeinfrastruktur künftig stärker als Teil eines umfassenden Energiesystems betrachtet werden muss.
In der Vergangenheit wurde oftmals versucht, das Prinzip klassischer Tankstellen auf die Ladeinfrastruktur zu übertragen. Die ersten Generationen von Ladestationen funktionierten jedoch häufig als voneinander unabhängige Einzellösungen. Künftig muss das Zusammenspiel zwischen Ladestationen, Batteriespeichern, Photovoltaik und Stromnetz aber stärker in den Mittelpunkt rücken: „Die Ladeinfrastruktur sollte betrachtet werden als aktiver Teil des gesamten Ökosystems“, sagte Ebersdorfer.
XCharge setzt auf batteriegepufferte Schnelllader
Eine zentrale Rolle im Portfolio von XCharge spielen batteriegepufferte DC-Schnellladestationen. Sie können mit vergleichsweise geringer Eingangsleistung betrieben werden und kurzfristig deutlich mehr Leistung zum Laden bereitstellen. Damit lassen sich auch Standorte erschließen, an denen ein leistungsfähiger Netzanschluss fehlt oder dessen Ausbau zu lange dauern würde. Zugleich kann ein intelligentes Energiemanagement die verfügbare Energie bedarfsgerecht verteilen und Lastspitzen abfedern.
XCharge bietet dafür unter anderem die integrierte DC-Ladelösung GridLink an. Das All-in-One-System kombiniert einen Batteriespeicher mit 250 kWh Kapazität mit einem DC-Schnelllader, der bis zu 194 kW Ausgangsleistung bei lediglich 44 kW Eingangsleistung bereitstellen kann. Der Speicher lässt sich laut Ebersdorfer auf insgesamt 430 kWh erweitern. Zudem ist eine Rückspeisung von Energie ins Netz vorgesehen.
Wie sich die XCharge-Lösung praktisch nutzen lässt, veranschaulichte Ebersdorfer anhand eines Logistikstandorts mit zwei elektrischen Lastwagen. Dort standen insgesamt 400 kW Anschlussleistung zur Verfügung, von denen wegen des Energiebedarfs der Kühlhäuser und des Gebäudes lediglich 22 kW für das Laden der Fahrzeuge freigegeben waren. Ein Netzausbau hätte umfangreiche Bauarbeiten und hohe Investitionen erfordert und sich über einen langen Zeitraum hingezogen.
Mit einer integrierten Batteriespeicherlösung von XCharge habe der Betreiber die Ladeleistung dennoch deutlich erhöhen können. „Wir haben aus dem 22 kW Anschluss in Summe dann 172 kW starke CCS-Ladevorgänge ermöglicht, ohne Netzausbau, ohne zusätzliche Verkabelung“, erklärte Ebersdorfer. Lediglich das bestehende Betonfundament musste erweitert werden, um die neue Anlage aufzunehmen.
XCharge: Laden auch bei Stromausfällen
Batteriespeicher können nach Darstellung von XCharge nicht nur Netzanschlüsse entlasten, sondern auch die Versorgungssicherheit verbessern. Bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes lässt sich die gespeicherte Energie weiterhin zum Laden von Fahrzeugen oder zur Versorgung anderer Verbraucher am Standort nutzen. Voraussetzung ist, dass noch ausreichend Energie im Speicher vorhanden ist. Betreiber müssen dann entscheiden, ob beispielsweise elektrische Lastwagen, Kühlhäuser oder Rechenzentren Vorrang haben.
Als mögliche Einsatzfelder für die Speicherlösungen von XCharge nannte Ebersdorfer neben Logistikdepots auch Tankstellen und Supermärkte. Gerade bei bestehenden Standorten könne die Technologie einen Einstieg in das Schnellladen ermöglichen, ohne zunächst den Netzanschluss grundlegend erweitern zu müssen. Bei größeren Ladehubs, insbesondere für E-Lkw, kämen dagegen auch externe Batteriespeicher mit höheren Kapazitäten infrage, die XCharge mit seinen DC-Ladestationen mit bis zu 480 kW kombiniert.
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