Перейти к содержимому

19. Politisches Handeln lernen. Agency und Handlungsmacht mit Georg Marschnig

Didaktik:Dialog

0:00 / 0:00

19. Politisches Handeln lernen. Agency und Handlungsmacht mit Georg Marschnig

70 просмотров · 2 недели назад
Didaktik:Dialog
65 подписчиков
70 просмотров · 2 недели назад
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Georg Marschnig (https://homepage.uni-graz.at/de/georg...) von der Universität Graz. Georg ist Professor für Geschichtsdidaktik und politische Bildung. Er hat außerdem fast zehn Jahre an einem Grazer Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet. Wir sprechen über Agency und Handlungsmacht bei Jugendlichen und darüber, wie Schule nicht nur zum Nachdenken, sondern wirklich zum politischen Handeln anregen kann. Georg erklärt zu Beginn, worin der Unterschied zwischen Handlungsfähigkeit und Handlungsmacht liegt. Agency meint für ihn nicht nur das Wissen über eigene Möglichkeiten. Es geht darum, die eigenen Anliegen auch wirklich umzusetzen. Jugendlichen in der Theorie zu zeigen, wie politische Beteiligung funktioniert, reicht nicht. Sie müssen die Erfahrung machen, sich tatsächlich einzubringen. An konkreten Beispielen diskutieren wir, warum politisches Lernen in der Schule oft im Theoretischen stecken bleibt. Georg beschreibt die Schule als machtdurchzogenen Ort, der politisches Lernen manchmal sogar erschwert. Er erzählt von einem Projekt zu zivilem Ungehorsam. Jugendliche haben sich beim BILLA auf den Boden gesetzt, Flashmobs und Sitzaktionen gemacht. So haben sie körperlich erfahren, was es heißt, sich im öffentlichen Raum zu positionieren. Ein zentrales Beispiel ist das Projekt rund um einen vergessenen Gedenkstein in Graz-Straßgang, der an ein NS-Endverbrechen erinnert. Über zweieinhalb Jahre haben Georgs Schüleri*nnen gemeinsam mit Historiker*innen und städtischen Akteur*innen versucht, den Gedenkstein neu zu verhandeln. Dabei haben sie gelernt, mit politischem Widerstand und Kompromissen umzugehen. Außerdem geht es um die Verbindung von historischem und politischem Lernen. Georg macht deutlich: Historisches Lernen kann nie politikfrei sein. Umgekehrt braucht politisches Verstehen immer auch historisches Denken. Besonders in Österreich mit dem Fach Geschichte und politische Bildung ergibt sich daraus die Chance, beides enger zusammenzudenken. Weitere Themen: • Schule als ambivalenter Ort politischen Lernens und warum Machtstrukturen Diskussionen im Klassenzimmer erschweren. • Reflexion als zweiter Schritt. Warum Erleben allein nicht reicht und Nachbesprechungen Handlungsmacht sichtbar machen. • Projekte in der Geschichtskultur. Wie Denkmaldiskussionen und Straßennamendebatten als Lernanlässe funktionieren. • Lehrpläne aus der Gegenwart heraus denken. Warum aktuelle politische Debatten wie Lueger, die steirische Landeshymne oder Black Lives Matter gute Anknüpfungspunkte sind. Eine Folge über Agency und Handlungsmacht als Ziele politischer Bildung. Über das Verlassen des Klassenzimmers. Und darüber, warum echte politische Erfahrungen Jugendliche nachhaltiger prägen als jede Diskussion in der Schule. Ressourcen und Links: • Georg Marschnig / Universität Graz (https://homepage.uni-graz.at/de/georg...) • Christian Heuer: Straßenkämpfe. Zu den Zeitpraktiken zivilen Ungehorsams. (https://libreo.ch/view/794091/4840808...) In: Didactica Historica 11 (2025) • Lale Yildirim: Historische Agency auf dem Markt der Erinnerungen der pluralen Gesellschaft: historische Diskursfähigkeit als Handlungsmächtigkeit • Georg Marschnig & Kolleg*innen: Enacting Agency in Digital Realms. Mapping Colonial Heritage as Civic Engagement. In: Barsch, Sebastian & Rein, Franziska (Hrsg.): Digital Civic Engagement and Youth Empowerment towards Achieving Inclusive Society. Oxford University Press (erscheint 2027) • Herman Melville: Bartleby, der Schreiber